Ätherische Öle - darauf sollten Sie bei der Anwendung achten!
Bitte bewahren Sie die Öle kindersicher auf! Ätherische Öle dürfen von Kindern nicht eingenommen werden! Auch die Schleimhäute oder die Augen werden durch unverdünnte ätherische Öle extrem gereizt - das gilt aber auch für Erwachsene!
Was Sie noch beachten sollten:
- Wenn Sie unter Allergien leiden sollten Sie folgende Öle meiden: alle Zitrusöle, Lorbeer, Zimtrinde. Die Anwendung in der Duftlampe ist meist unbedenklich!
- Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden, sollten Sie folgende Öle nur in der Duftlampe verwenden: Rosmarin, Lorbeer, Salbei, Thymian (Thymoltyp)
- Während einer homöopathischen Behandlung sollten Sie auf eine Anwendung folgender Öle verzichten: Pfefferminze, Kampfer, Thymian, Kamille. Sie schwächen die homöopathische Wirkung stark ab!
- Die Anwendung von ätherischen Ölen während der Schwangerschaft besprechen Sie bitte immer mit Ihrem Arzt, Ihrem Heilpraktiker oder Ihrer Hebamme. Auch hier gilt: die Anwendung in der Duftlampe ist meist unproblematisch.
- Manche ätherische Öle wirken phototoxisch, d.h., sie können die Haut gegenüber Sonnenlicht überempfindlich machen und teilweise Entzündungen hervorrufen! Wenden Sie folgende Öle nicht als Hautpflege- oder Massageöl an, wenn Sie sich in der Sonne aufhalten möchten: Johanniskrautöl, Zitrusöle (Bergamotte!), Angelikawurzel, Verbena.
Anwendungsmöglichkeiten ätherischer Öle
Je nach Öl geben Sie dafür 3 - 15 Tropfen mit etwas Wasser in eine Duftlampe. Die Intensität der Öle ist teilweise sehr unterschiedlich. Auch die Wahrnehmung des Duftes ist von Mensch zu Mensch sehr individuell. Um eine Wirkung zu erzielen, sollte die „Beduftung“ über einige Stunden erfolgen, da die Wirkung der ätherischen Öle über die Duftlampe sehr sanft ist. Sie sollten aber darauf achten, die Duftlampe nicht im Dauereinsatz zu betreiben, denn auch hier gilt: allzu viel ist ungesund! Eine Dauerbeduftung verursacht Kopfschmerzen!
Wenn Sie noch keine Duftlampe besitzen oder sich eine neue anschaffen möchten, achten Sie bitte darauf, dass zwischen Teelicht und Wasserschale genügend Abstand vorhanden ist, da die Öle sonst verbrennen.
Inhalation
Gerade bei Stress oder auch bei Erkältungen kann eine Inhalation von ätherischen Ölen schnelle Hilfe bieten! Sie können die Inhalation entweder klassisch als Heißwasserinhalation anwenden - in diesem Fall geben Sie je nach Öl 1 bis 4 Tropfen in eine Schüssel mit heißem Wasser und atmen den Dampf 5 - 10 Minuten tief ein. Oder Sie träufeln 3 - 5 Tropfen auf ein Tuch und atmen ein paar Mal tief durch. Diese Methode eignet sich natürlich besonders für unterwegs! Wenn Sie an Asthma leiden, sollten Sie Inhalationen (außer, sie sind vom Arzt verordnet!) grundsätzlich nicht durchführen. Der heiße Dampf oder auch manche ätherische Öle können Bronchialkrämpfe verursachen!
Aromabäder
Aromabäder wirken gleich von zwei Seiten! Die ätherischen Öle gelangen über die Nase und über die Haut in den Organismus! Durch das Einatmen des Duftes verspüren Sie eine sofortige Wirkung. Und durch die gesteigerte Durchblutung durch das warme Wasser gelangen die Öle verstärkt in den Organismus, wo sie über Stunden wirken können!
Für ein Vollbad nehmen Sie 5 - 10 Tropfen ätherisches Öl, außerdem brauchen Sie einen Emulgator, da ätherische Öle an sich ja nicht wasserlöslich sind! Am besten eignen sich hierzu Honig oder ein halber Becher süße Sahne!
Eine besonders angenehme Art der Anwendung von ätherischen Ölen ist die Massage oder Einreibung mit ätherischen Ölen. Bis auf ein paar Ausnahmen, wie z.B. das Lavendelöl bei leichten Verbrennungen, dürfen Sie ätherische Öle aber niemals unverdünnt verwenden, da sie zu starken Hautreizungen führen können!
Zur täglichen Körperpflege mischen Sie ein fettes Öl, das sog. Basisöl, mit einem oder mehreren ätherischen Ölen in einer Konzentration von etwa 0,7 -1%. Das entspricht einer Mischung von 15 - 20 Tropfen ätherischem Öl auf 100 ml Basisöl.
Als Basisöle geeignet sind fette pflanzliche Öle, wie z.B.
• Jojobaöl
• Mandelöl
• Sesamöl
• oder Weizenkeimöl.
Möchten Sie ein Massageöl selbst herstellen, sollten Sie die Konzentration der ätherischen Öle auf 1 - 2 % erhöhen. Generell gilt die Faustregel: 1 ml ätherisches Öl entspricht ca. 20 Tropfen!
Ätherische Öle - die Qualitätskriterien
Seien Sie kritisch beim Einkauf!
Verwenden Sie ausschließlich zu 100% naturreine Öle! Der Begriff „natur-rein“ bedeutet so viel wie natur belassen und unverfälscht. Naturreine Öle sind immer sortenreine Öle, sie sind niemals mit billigeren Ölen verschnitten.
Die Öle sollen vollständig deklariert sein, d.h. auf dem Etikett sind vermerkt
- Name und botanische Bezeichnung
- Angabe: 100% naturreines ätherisches Öl
- Ursprungsland
- Gewinnungsverfahren
- Hinweis auf kontrolliert biol. Anbau
- Pflanzenteil
- Chargennummer
- Abfüllmenge
- Sicherheitshinweise (Andreaskreuz und Kindersicherheitsverschlüsse)
- wichtig: Name und Anschrift des verantwortlichen Herstellers!
Seien Sie skeptisch wenn Sie folgende Öle angeboten bekommen:
- „Natürliche“ Öle sind zwar ein Naturprodukt, die Öle sind aber mit billigeren Ölen verschnitten. Natürliches Rosenöl wird z.B. oft mit Geranienöl verschnitten. Melissenöl ist meist mit Zitronellöl gestreckt.
- „Naturidentisch“ bedeutet in jedem Fall, dass es sich um ein synthetisches Produkt handelt!
- So genannte „Parfümöle“ sind immer synthetisch hergestellt!
- „Rein“ stellt eigentlich gar kein Qualitätskriterium dar, da auch chemische Substanzen rein sein können!
Wie werden ätherische Öle gewonnen?
Enfleurage
Die älteste Methode zur Gewinnung ätherischer Öle. Empfindliche Blütenblätter werden auf eine Schicht aus Schweineschmalz aufgebracht. Anschließend werden die ätherischen Öle mittels Alkohol aus dem Fett extrahiert.
Gewinnung durch Wasserdampfdestillation
Heute ist die gebräuchlichste zur Gewinnung von ätherischen Ölen die Wasserdampfdestillation. Hierbei werden die ätherischen Öle durch Wasserdampf entzogen. Es entsteht ein Gemisch aus dem so genannten Hydrolat (z.B. Rosenwasser) und dem eigentlichen ätherischen Öl.
Gewinnung durch Kaltpressung
Einige ätherische Öle, die Fruchtschalenöle von Zitrusfrüchten z.B., werden durch Kaltpressung gewonnen. Bei den Zitrusfrüchten befindet sich das ätherische Öl überwiegend in der Schale. Durch diese Methode erhält man das ätherische Öl von Zitrone, Orange, Bergamotte, Grapefruit usw..
Was sind ätherische Öle?
Ätherische Öle sind stark duftende, sehr leicht flüchtige und stark wirksame Pflanzeninhaltsstoffe. Das Wort „ätherisch“ kommt vom griechischen „aither“, was so viel bedeutet wie „Himmelsluft“ und sowohl einen Hinweis auf die Flüchtigkeit (flüchtig wie Äther!) als auch auf den angenehmen Duft gibt. Ätherische Öle werden auch als Essenzen bezeichnet, also als das Essentielle der Pflanze oder die Seele der Pflanze.
Ätherische Öle sind kaum wasserlöslich, dafür aber sehr gut löslich in fetten Ölen. Deswegen sind sie sehr gut in Massageölen verwendbar. Ätherische Öle sind außerdem leicht entzündbar.
Die chemische Zusammensetzung von ätherischen Ölen ist äußerst kompliziert. Ätherische Öle bestehen aus sehr vielen Einzelbestandteilen - vom Rosenöl z.B. kennt man über 400 Inhaltsstoffe! Man kann zwar je nach Hauptbestandteil des ätherischen Öles auf eine Wirkung schließen, die tatsächliche Wirkung ist jedoch immer ein Zusammenwirken aller Bestandteile des ätherischen Öles! Deshalb kann ein im Labor nach gebautes Öl auch niemals die Wirkungen des natürlichen Öles erzielen!
Ätherische Öle sind in sehr vielen Pflanzen enthalten und befinden sich in kleinen Öldrüsen in verschiedenen Teilen der Pflanze.
Eine Auswahl:
- Blätter: Melisse, Salbei, Thymian, Rosmarin
- Blüten: Kamille, Rose, Orangenblüten
- Schalen: alle Zitrusfrüchte, wie Zitrone, Bergamotte
- Holz: Zedernholz, Sandelholz
- Wurzeln: Ingwer, Angelikawurzel, Baldrian
- Rinde: Zimt
- Harz: Weihrauch, Myrrhe
- Früchte: Fenchel, Anis
Um ätherische Öle entwickeln zu können, benötigt die Pflanze Sonnenlicht und Wärme. Deshalb gedeihen diese Pflanzen überwiegend in warmen Gefilden.
